Ein Beitrag zur Blogparade „Nachhaltigkeit im Alltag“ der Brüllmaus

Das kennst du sicher auch: Überall kannst du beobachten, dass Kinder unachtsam mit unserer Umwelt und unserem Planeten umgehen. Und jedes Mal stehst du fassungslos daneben und fragst dich, warum das so ist. Hat denen das niemand beigebracht?

Auch „fridays for future“ hat daran nichts Wesentliches geändert.

Wenn wir wollen, dass unsere Kinder auf diesem Planeten eine Zukunft haben, dann sind WIR als Eltern gefordert, ihnen aufzuzeigen was Nachhaltigkeit ist und wie wir diese etablieren können. Dazu ist es nötig, Zusammenhänge zu (er)kennen und die Kinder dafür zu sensibilisieren. Wir können nicht drauf vertrauen, dass die Schule es schon richten wird. Schule ist aus diversen Gründen heute nicht (mehr?) in der Lage, Nachhaltigkeit zu vermitteln, obwohl das Wort in vielen Schulprogrammen oft ziemlich fett und an oberster Stelle geschrieben steht.

Wie aber können wir Eltern unsere Kinder fit machen für eine nachhaltige Zukunft? Wie gelingt es den Kindern Nachhaltigkeit zu lernen und zu leben?

Dazu müssen wir uns erst einmal klar machen, wie Kinder lernen. Gelingendes Lernen basiert auf verschiedenen Ebenen und funktioniert auf unterschiedliche Arten. Kinder lernen nicht, indem wir ihnen etwas vorsetzen, was sie lernen sollen. Das gelingt allenfalls partiell, erzeugt eher Widerstand (vor allem bei pubertierenden Teenagern!) und führt zu Lernfrust und Konflikten mit Eltern und Lehrern.

Natürlich müssen wir neben dem Wie auch das Alter der Kinder ins Auge fassen, denn ein Baby lernt und versteht anders als ein Grundschulkind und dieses anders als ein 16-jähriges.

Gemeinsam ist ihnen, dass alle Kinder durch Beobachtung lernen und das Gelernte besser behalten, wenn sie es mit einer (am besten positiven) Emotion gekoppelt abspeichern können.

Was bedeutet das? Betrachten wir an dieser Stelle die Schulkinder:

Wenn wir Eltern wollen, dass unsere Kinder nachhaltig Nachhaltigkeit lernen, müssen wir ihnen diese vorleben. Das gelingt nicht, wenn wir unsere Kinder morgens mit dem dicken, spritfressenden Geländewagen bis in die Schultüre hinein bringen. Auf diese Weise können wir unsere Kinder kaum davon überzeugen, dass zu Fuß gehen doch eigentlich viel nachhaltiger und zudem auch noch gesünder wäre.

Wenn wir zukünftig weniger Plastikmüll in unseren Meeren möchten, sollten wir keine Plastikverpackungen mehr kaufen, die Kinder zum Einkaufen mitnehmen und zusammen mit ihnen nach Alternativen suchen.

Neben dem Lernen durch Beobachtung ist Kommunikation und das Verständnis beim Lernen sehr wichtig. Versäumt werden sollte daher nicht, dass wir unseren Kindern erklären warum wir etwas tun oder eben nicht tun, damit unsere Überzeugung kommunizieren und unser Handeln reflektieren. Erst dann können wir auch Verständnis von unseren Kindern erwarten. Und den Willen zur Nachahmung.

Zudem ist es im Alltag immer wieder notwendig Zusammenhänge zu hinterfragen und gemeinsam nach Antworten und Lösungen zu suchen. Als wir beispielsweise jüngst in den Herbstferien im Urlaub an der katalonischen Costa Brava waren, entdeckten wir ein Rinnsal, das an einem wunderschönen Strand unterhalb von Häusern ungehindert und offensichtlich geplant ins Meeren floss. Anstatt vorbeizugehen, fragte ich die Kinder, wo das wohl herkäme und was es beinhaltete. Und schon war die natürliche Neugierde der Kinder geweckt, sie wurden aufmerksam und begannen sich selbst Fragen zu stellen und selbständig Antworten zu suchen. Ziemlich schnell stellte sich der Aha-Effekt ein, denn das Ergebnis war eindeutig und wenig appetitlich und sie beschlossen, dort nicht mehr im Meer baden zu wollen. Zu Recht. Ihnen wurde plötzlich die Tragweite bewusst und sie stellten sich weitere Fragen und bekamen weitere Erkenntnisse und Zusammenhänge. Emotional beladen. Tage später war das Thema immer noch präsent und wurde heftig diskutiert.

In den kommenden Tagen entdeckten sie an anderen Stellen ähnliche Phänomene und mit jeder weiteren Entdeckung wuchs die Empörung. Sie entdeckten die Auswirkungen auf die Umwelt, den Strand, die „armen Fische“ im Meer usw. Das Resultat war die Veränderung des eigenen Verhaltens, nämlich nicht mehr dort baden zu gehen und die Erkenntnis, dass man dagegen etwas tun müsse.

Um solche Lerneffekte erzielen zu können, müssen wir aber gar nicht bis nach Spanien reisen. Es reicht schon, abends im Dunkeln beim Verlassen eines Zimmers konsequent das Licht zu löschen und zu kommunizieren, warum das ein wichtiges Anliegen ist. Oder während es Duschens beim Einseifen das Wasser abzustellen. Oder nicht stundenlang die Kühlschranktüre offen stehen zu lassen.

Erkläre deinen Kindern, wo der Strom herkommt und warum wir ihn sparen sollten. Oder warum Wassersparen einen Sinn hat. Informiert euch gemeinsam, sucht seriöse Quellen, geht gemeinsam in eine Bücherei und lest nach, was ihr nicht wisst. Sprecht anschließend darüber! Solche gemeinsamen Unternehmungen bewirken manchmal Wunder – auch im Hinblick auf die Eltern-Kind-Bindung. Gelingendes Lernen funktioniert übrigens auch über Beziehung!

Es ist wichtig, den Kindern zu zeigen, dass auch Erwachsene nicht alles wissen, dass sie aber ein Interesse daran haben, sich zu informieren und dieses auch wirklich tun. Sucht gemeinsam nach Alternativen und etabliert diese in euren Alltag. Zelebriert und feiert (aber bitte nachhaltig!) alles, was ihr bereits umgesetzt habt. Und führt es dann allmählich als Routine in euren Alltag ein, so dass es selbstverständlich praktiziert wird.

Sobald Kinder sensibilisiert sind, sehen sie an allen Ecken spannende Phänomene und stellen sich Fragen, die beantwortet werden wollen. Der Prozess der Beantwortung führt dann wiederum zur Erkenntnis und diese wiederum zur Verhaltensänderung oder zur Bestätigung des bereits nachhaltigen Verhaltens.

Über solche Lernwege wird der natürliche Lernprozess der Kinder aufrechterhalten. Auch Kinder, die die Lust am Lernen durch schulisches Lernen verloren haben, können diese über einen bewussten und dosierten Umgang der Eltern mit solchen Lerntriggern wiederfinden, wenn das Kind dabei nicht unter Druck gesetzt wird, aber in seiner eigenen Betroffenheit abgeholt wird. Die Frage „Was geht mich das an?“, die Eltern oft von ihren pubertierenden Kindern hören, wird dadurch von vorne herein ausgeschlossen.

Es lohnt sich definitiv, die Augen offen zu halten nach solchen Lerngelegenheiten zur Nachhaltigkeit im Alltag.

Eine Win-Win-Win–Situation für Kinder, Eltern und unseren Planeten, so dass wir alle einer nachhaltigen Zukunft entgegenstreben können.

Also: Augen auf und im Alltag lernen!

(Das gelingt auch mit deinem Pubertier!)

Machst du mit?

 

Wenn du mehr über motiviertes, effizientes und erfolgreiches Lernen wissen möchtest, dann besuche doch meine Webseite www.lernlust-statt-schulfrust.de oder meinen Blog unter www.lernlust-statt-schulfrust.de/blog und komm in meine private Facebookgruppe „LernLust statt Schulfrust – motiviertes, effizientes und erfolgreiches Lernen“. Ich freue mich, dich dort wiederzusehen!

Wenn ihr euch für das Thema „Nachhaltig leben als Familie“ interessiert, kann ich euch sehr die Facebookgruppe von Anastasia & Daniel empfehlen, in der sich alles darum dreht, wie ihr „Achtsames Familienleben im Einklang mit der Natur“ schaffen könnt. Wenn ihr euch auf den nachhaltigen Weg machen möchtet und ihr Hilfe bei der Umsetzung benötigt, sei euch der Online-Intensiv-Kurs von den beiden sehr ans Herz gelegt, der am 23.11.2019 starten wird! Viel Erfolg bei eurem Weg!

Facebook
Instagram