Am 29.11.2019 erschien in der Zeit (online) ein Artikel mit dem Titel „Zehntausende Schüler suchten wegen Depression den Arzt auf“. Dort ist zu lesen, dass laut einer Studie der DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse) ca. 2 % der Schülerinnen und Schüler in Deutschland an einer Depression leiden! In Zahlen ausgedrückt sind das 238.000 Kinder zwischen 10 und 17 Jahren. Das entspricht ungefähr der Größe der Stadt Magdeburg! Mädchen sind offiziell mehr betroffen als Jungen. Jungen gehen aber vermutlich weit weniger zum Arzt deswegen. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Thomas Fischbach geht von einer hohen Dunkelziffer aus und dass diese Zahlen nur „die Spitze des Eisbergs“ sind.

Der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, der Psychiater Ulrich Hegerl, denkt, dass zwei Kinder pro Schulklasse betroffen sind! Er denkt, dass in der Grundschule bereits zwei Prozent der Kinder betroffen seien und dass der Wert bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren auf drei bis zehn Prozent ansteigen würde.

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen äußern sich in einer Null-Bock-Stimmung und werden durch ewiges Herumhängen begleitet. In diesem Zustand wird Lernen unmöglich, da die Neurogenese stoppt, d. h. die Nervenzellen wachsen nicht weiter.

Lernen ist aber dringend notwendig und neurophysiologisch ein Sich-einstellen auf Neues, auch Unerwartetes. Wer aufhört zu lernen, kann mit Unerwartetem nicht mehr umgehen und wird völlig hilflos.

Bei Mädchen äußern sich Depressionen nicht selten in Eß-Störungen, Selbst-Verletzungen oder Alkohol- und Drogenkonsum, bei Jungen kommt Aggression hinzu.

Hinter diesen Zahlen verbergen sich die Schicksale von vielen einzelnen Kindern und Jugendlichen und jedes einzelne Schicksal davon ist zu viel!

Eltern müssen aufmerksam sein und ihren Kindern lebenslanges Lernen ermöglichen und nahebringen, denn es ist physiologisch notwendig! Wenn lebenslanges Lernen aufhört tritt die Depression ein und bei einem hohen Testosteron-Spiegel auch Aggression. Dadurch werden halbtote Hirne erzeugt, in denen der physiologische Prozess aufgehört hat, der mit dem Lernen einhergeht.

Wenn es soweit gekommen ist, ist es sehr schwer diesen Prozess wieder umzudrehen. Das ist ein sehr langer Weg.

Daher: Sei bitte wachsam, bleibe mit deinem Kind in Verbindung, kommuniziere auf Augenhöhe und ermögliche ihm und fördere sein lebenslanges Lernen – egal wie alt dein Kind ist.

Herzlichst

Deine Vera

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